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Abschied vom zweiten Schulleiter des CSG, Herrn Georg Gebhard

Abschied vom zweiten Schulleiter des Carl-Spitzweg-Gymnasiums

Georg Gebhard, OStD a. D.

– ein Nachruf –

Ein „Lehrer aus Berufung und Leidenschaft“, ein „Schulleiter mit Herz“, ein „Bewahrer der gymnasialen Bildung“, ein „Altbayer mit traditionellen und modernen Werten“, ein „Genussmensch“ – solches und vieles mehr bekommt man zur Antwort, wenn man Weggefährten und Mitglieder der Schulfamilie nach ihm fragt.

Am 28.06.1953 in Alletsried in der Oberpfalz geboren erforschte er nach dem Grundschulbesuch in Alletsried zunächst am Gymnasium der Salesianer in Ensdorf (1966 bis 1969) und danach am Gymnasium Theresianum in Bamberg in den einzelnen Fächern die Welt der gymnasialen Bildung mit allen Facetten und großer Neugier und Lernbereitschaft. 1974 legte er sein Abitur ab und wurde dann für zwei Jahre Soldat bei der Bundeswehr. 1976 nahm er sein Studium der Germanistik, Geografie und Geschichte für das Lehramt am Gymnasium an der Universität Regensburg auf und legte dort 1982 sein I. Staatsexamen ab. Nach dem Referendariat am Erasmus-Grasser-Gymnasium in München und dem Abschluss des II. Staatsexamens folgte ein Jahr als StR im Privatschuldienst am Nymphenburger Gymnasium in München. Vom September 1985 bis September 1994 war das Luitpold-Gymnasium in München seine schulische Heimat. Als „Vollblutlehrer“ agierte er pädagogisch wie psychologisch mit großem Engagement und bereicherte seinen anspruchsvollen Unterricht mit geografischen und geschichtlichen Exkursionen, Klassenfahrten nach Berlin und Studienfahrten nach Straßburg; sein Faible für Italien konnte er u. a. auch mit einem Schüleraustausch dorthin unterstreichen. So wurde sichtbar, dass Schule für ihn als Ganzes zu sehen ist, manchmal komplex und kompliziert, aber immer von den Schülerinnen und Schülern aus gedacht werden muss, um den Blick für das Machbare zu schärfen und Verständnis für die Denkweisen und Problemlagen von Schülern zu haben. Denn nur so können echte Erlebnisse, nachhaltige Bildung und auch Erfolge durch Fördern und Fordern entstehen.

Da zum Bildungsbereich auch die politische Seite gehört, war es nur konsequent, dass Herr Gebhard von September 1994 bis August 1998 an das Landtagsamt in das Referat Information und Redenmaterialien abgeordnet wurde; hier konnte sich seine ganzheitliche Betrachtung der Dinge weiterentwickeln und sein Verständnis für größere Zusammenhänge wachsen.

In weiterer Konsequenz folgte dann vom September 1998 bis Juli 2003 seine Beschäftigung als Mitarbeiter an der MB-Dienststelle OBB-West. Dort umfasste sein Aufgabengebiet u. a. die Auskunft zu schulrechtlichen Fragen, die Mitwirkung bei Schulbesuchen und die Bearbeitung von Beschwerden. So lernte er von verschiedenen Blickwinkeln den Lebens- und Arbeitsraum Schule kennen, analysierte Probleme sehr genau bis ins Detail, handelte wohl überlegt, vorausschauend und immer sach- wie zielorientiert.

Die Entscheidung, sich als Schulleiter zu bewerben, lag dann auf der Hand: Schule gestalten, verwalten und entwickeln. So wurde er am 01.08.2003 zum Schulleiter am Carl-Spitzweg-Gymnasium in Germering ernannt und trat damit die Nachfolge des Gründungsdirektors, Anton Leitner, an. Im Münchner Merkur vom 17.03.2003 stand zu lesen: „Hünenhafter Altbayer steht bald an der Spitze von 1200 Schülern“. Die Liberalitas Bavariae, die hier mit angesprochen wurde, traf seinen Charakter: eine besondere Freundlichkeit, die gütige Gesinnung, ein gebildeter Herr, ein Katholik, der auch die bayerische Gemütlichkeit und den Genuss in allen Dingen zu schätzen wusste und dies alles lebte. Unter seiner Ägide entwickelte sich die Schule weiter: Beispielweise wurde am CSG der musische Zweig eingeführt. Sein Einsatz galt der gymnasialen Bildung und dem Wohl der Schulgemeinschaft.

Neben diesen Tätigkeiten war er auch ehrenamtlich stark engagiert, z. B. als Vorsitzender der Direktorenvereinigung für den Bezirk OBB-West, als Mitglied der Kirchenverwaltung Maria vom guten Ruf in München-Schwabing und als Hauptmann der Reserve. Das Leben ganzheitlich in allen seinen Möglichkeiten erfassen und erleben – das lebte er auf seine engagierte Weise auch vor.

Am 4.3.2025 verstarb Georg Gebhard.

Die Schulgemeinschaft des CSG trauert um den zweiten Schulleiter des Carl-Spitzweg-Gymnasiums.

In bleibender Erinnerung und großer Dankbarkeit verabschieden wir ihn und sind in Gedanken bei seiner von ihm geliebten Familie, seiner Ehefrau Elke und seiner Tochter Katharina.

Wir wünschen ihnen viel Kraft und Energie in dieser schwierigen Zeit der Trauer und des Verlustes und hoffen, dass wir alle in Erinnerung an die guten und schönen Zeiten, an die wertvollen Momente und liebevollen Kleinigkeiten ihm ein ehrendes Andenken bewahren können.

gez. Rita Bovenz, OStD‘in